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Bangkok zum ersten Mal: Drei Tage zwischen Tempeln, Rooftops und dem Gefühl, noch nicht weiterfliegen zu wollen

Autorenbild: BaRe Explore The World
BaRe Explore The World
17. Aug.
14 Min. Lesezeit

Bangkok in 3 Tagen – so hatten wir den Auftakt unserer einmonatigen Reise durch Thailand und Indonesien geplant. Zwei Nächte, dann weiter nach Phuket. Doch schon am Flughafen wussten wir: Mit dieser Stadt sind wir noch nicht fertig. Hier ist unser ehrlicher Reisebericht – mit allen Kosten, ein paar Fehlern und den Momenten, die man nicht planen kann.


Bangkok-Skyline zur blauen Stunde vom Rooftop in Sukhumvit

Bangkok zur blauen Stunde – der erste Blick vom Rooftop in Sukhumvit


Unsere ersten Tage in Bangkok auf einen Blick 9.–11. April 2025 · 2 Nächte · Sukhumvit · Wat Arun · Wat Pho · Grand Palace · Weiterflug nach Phuket

Bangkok war für mich lange einer dieser Orte, die man irgendwann sehen will. Nicht wegen einer bestimmten Sehenswürdigkeit, sondern wegen des Gesamtbildes, das sich über Jahre im Kopf zusammensetzt: Hochhäuser neben Tempeln, Streetfood unter Rooftop-Bars, Tuk-Tuks zwischen Luxusautos – und ein Verkehr, der auf Bildern immer aussieht, als dürfte er eigentlich gar nicht funktionieren.

Barbi hatte Thailand ebenfalls auf dem Radar, träumte aber vor allem von Bali. Ubud kannten wir beide aus Reportagen und Reisevideos. Also stellte sich die Frage: einen Monat nur Thailand – oder Thailand und Indonesien verbinden? Während Barbi rund um Bali recherchierte, stieß sie auf Lombok. Ein paar Bilder, ein Film, an den ich mich erinnerte – und die Route stand:

So entstand nach und nach unsere Route: von Bangkok nach Phuket, weiter nach Bali und Ubud, anschließend nach Lombok – und zum Abschluss noch einmal zurück nach Bangkok, weil unser Rückflug ohnehin von dort über Istanbul nach München führte.

Plötzlich waren vier Wochen gar nicht mehr so lang.

Eines war uns von Anfang an wichtig: Diese Reise sollte keine Checkliste werden. Deshalb buchten wir bewusst nicht alles im Voraus – viele Hotels, Transfers und einige Flüge erst unterwegs. Gefällt uns ein Ort, bleiben wir länger. Zieht es uns weiter, ziehen wir weiter. Diese Spontaneität hat uns manchmal ein paar Euro extra gekostet, uns aber genau die Freiheit gegeben, die wir wollten.


Zwei Rucksäcke, ein Monat, sehr viel Vorfreude


Am 8. April 2025 ging es los. Mit dem Zug von Eggenfelden zum Flughafen München, dann am Abend mit Turkish Airlines über Istanbul nach Bangkok. Einen Direktflug hatten wir bewusst nicht gewählt – der Zwischenstopp störte uns nicht, und der Preis war deutlich besser: Hin- und Rückflug München–Bangkok kosteten für uns beide zusammen rund 1.330 €.

Unser gesamtes Gepäck für einen Monat Südostasien: zwei Rucksäcke. Je einer pro Person, mehr nicht. Das klingt heute noch erstaunlich vernünftig, wenn man bedenkt, wie oft wir in den kommenden Wochen unser komplettes Leben auf den Rücken schnallen würden.

Am Nachmittag des 9. April landeten wir am Suvarnabhumi Airport – und Bangkok korrigierte sofort unser erstes Vorurteil. Statt Chaos empfing uns ein sauberer, moderner, top organisierter Flughafen. Irgendwo fuhr ein Reinigungsroboter selbstständig durchs Terminal. Wir waren noch nicht einmal draußen, und die Stadt wirkte bereits technologischer, als wir erwartet hatten.


Mit dem Airport Rail Link nach Sukhumvit – und mein erster Satz auf Thai


Statt direkt ein Taxi zu nehmen, fuhren wir mit dem Airport Rail Link Richtung Phaya Thai – für uns eine günstige und unkomplizierte Möglichkeit, vom Flughafen ins Zentrum zu kommen. Je näher wir der Stadt kamen, desto dichter wurden Häuser, Straßen und Hochbahntrassen.

Während der Fahrt hörte ich in den Ansagen immer wieder denselben Satz, in meinen Ohren ungefähr: „Saranita Pai Paya Thai." Ich konnte zu diesem Zeitpunkt kein einziges Wort Thai, Barbi auch nicht. Andere Menschen lernen als Erstes „Hallo" oder „Danke" – ich stieg offenbar direkt mit einem ganzen Satz ein. Die Auflösung: Die nächste Station ist Phaya Thai. Damit konnte ich zwar weder Essen bestellen noch mich vorstellen, wusste aber immerhin, wie man ankündigt, dass gleich Phaya Thai kommt. Man weiß nie, wann man so etwas braucht.

In Phaya Thai begriffen wir zum ersten Mal, wie groß Bangkok wirklich ist: Hochbahnlinien über mehrspurigen Straßen, Fußgängerbrücken zwischen Stationen und Gebäuden, darunter Taxis, Motorräder, Busse. Wir hatten Google Maps – und standen trotzdem erst einmal da, um herauszufinden, auf welcher Ebene dieser Stadt es überhaupt weitergeht. Schließlich fanden wir die grüne BTS-Linie Richtung Phloen Chit, nicht weit von unserem ersten Hotel.

Dann öffneten sich die Türen der klimatisierten Station – und Bangkok zeigte uns seine zweite Seite: die Hitze. Nicht die angenehme Sommerwärme, sondern diese feuchte, schwere, tropische Hitze, die sich sofort auf die Haut legt und einem sehr überzeugend erklärt, warum Klimaanlagen hier kein Luxus sind.

Auf dem Weg zum Hotel: große Hotels, kleine Geschäfte, die ersten Streetfood-Stände. Überall thailändische Schriftzeichen, Gerüche und Geräusche, die wir noch nicht einordnen konnten. Auch für die Preise hatten wir noch kein Gefühl – 100 Baht, 500 Baht, viel, wenig? Also taten wir das Vernünftigste: ins Hotel, Rucksäcke runter, duschen, ankommen.


Eine Kokosnuss über den Dächern von Bangkok


Unsere erste Nacht verbrachten wir im SureStay Plus by Best Western Sukhumvit 2 für rund 46 €. Und schon hier fiel uns etwas auf, das uns in ganz Thailand begleiten sollte: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist erstaunlich gut. Modernes, sauberes Zimmer, freundliches Personal, selbst Kleinigkeiten wie Zahnbürsten und Badutensilien gehörten selbstverständlich dazu. In vielen europäischen Städten hätten wir für diesen Standard ein Mehrfaches bezahlt.

Das Beste wartete allerdings auf dem Dach: ein Rooftop-Pool mit Blick über die Skyline. Nach der langen Anreise mussten wir nicht lange überlegen. Und wenn man zum ersten Mal in Thailand an einem Rooftop-Pool sitzt, braucht man offenbar eine Kokosnuss – zumindest waren wir davon überzeugt. Unsere erste kostete dort 150 Baht (ca. 4 €). Später stellten wir fest, dass es auf der Straße größere Exemplare für einen Bruchteil gibt. An diesem Nachmittag war uns das herzlich egal: Vor uns lag Bangkok, hinter uns Zugfahrt, Istanbul, Langstreckenflug und unsere erste Expedition durchs BTS-System. Wir teilten uns die Kokosnuss und hatten zum ersten Mal das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.


Rooftop-Pool in Sukhumvit mit Blick über die Skyline von Bangkok

Angekommen: Rooftop-Pool über Sukhumvit nach der langen Anreise


Natürlich wurde daraus eine kleine Fotosession. Barbi fand zuverlässig ihre Schokoladenseite, während bei meinen Haaren der Wind die Regie übernahm.


Unser erster Abend in Sukhumvit: Rooftop-Bar statt „Ping Pong Show"


Sukhumvit nach Einbruch der Dunkelheit war der komplette Kontrast zum ruhigen Pool auf dem Dach. Plötzlich war überall Bewegung: Restaurants, Bars, Straßenstände, Musik, Menschen aus allen Teilen der Welt. Arabische Geschäfte neben thailändischen Restaurants, dazwischen Reisende aus Europa, Afrika, Indien und ganz Asien. Bangkok fühlte sich schon am ersten Abend weniger wie eine „Urlaubsstadt" an und viel mehr wie eine internationale Metropole, in der völlig unterschiedliche Welten direkt nebeneinander existieren.

Vor manchen Bars standen Männer mit Flyern und riefen begeistert „Ping Pong! Ping Pong!". Barbi konnte mit dieser Leidenschaft für Tischtennis zunächst wenig anfangen – ich hatte aus irgendeinem Film eine Ahnung, dass hier nicht unbedingt Sport gemeint war. Wir beschlossen, dass es andere Wege geben musste, Bangkok kennenzulernen.

Also sagte ich zu Barbi: Wenn schon erster Abend in Bangkok, dann richtig. Google Maps auf, Rooftop-Bars verglichen, Bewertungen gelesen – und wenig später standen wir in der Spectrum Lounge & Bar im Hyatt Regency Bangkok Sukhumvit.

Und plötzlich lag Bangkok unter uns. Die Stadt leuchtete, ein DJ spielte live, wir bestellten zwei Cocktails, redeten, schauten – und bestellten noch zwei. Für die vier Cocktails zahlten wir zusammen 2.448 Baht (ca. 63 €). Unten an der Straße hätten wir deutlich günstiger getrunken, keine Frage. Aber es ging nicht um vier Cocktails. Es ging um diesen ersten Abend, diesen Blick, dieses Gefühl, nach Monaten der Vorfreude tatsächlich hier zu sitzen. Dafür war es jeden Baht wert.


Spectrum Lounge & Bar im Hyatt Regency Bangkok mit nächtlicher Skyline

Spectrum Lounge & Bar im Hyatt Regency – unser erster Abend über den Dächern Bangkoks


Tag zwei: Warum wir freiwillig schon wieder das Hotel wechselten


Am nächsten Morgen fühlten wir uns ungefähr so frisch, wie man sich nach Langstreckenflug, vier Cocktails und einem sehr ereignisreichen ersten Abend eben fühlt. Trotzdem checkten wir aus – nicht, weil uns das SureStay nicht gefallen hätte, sondern weil der Hotelwechsel Teil unseres Plans war. Wir wollten bewusst verschiedene Häuser, Viertel und Konzepte erleben. Hotels sind für uns nicht nur Orte zum Schlafen, sondern Teil der Reise.

Unser nächstes Ziel: das Montraj Coach Sukhumvit Bangkok für rund 49 € pro Nacht. Auf Google Maps sah die Strecke machbar aus, also gingen wir zu Fuß. Bangkok hatte andere Pläne: Es war heiß, es war schwül, und irgendwann trug ich beide Rucksäcke, weil ich gentlemanmäßig beschlossen hatte, Barbi ihren abzunehmen. Der erstaunliche Teil der Geschichte: Barbi schwitzte ohne Rucksack trotzdem mehr als ich mit zwei. Eine wissenschaftlich befriedigende Erklärung dafür gibt es bis heute nicht.

Unterwegs kauften wir eine riesige Kokosnuss am Straßenstand – und begriffen spätestens jetzt, dass unsere 150-Baht-Hotelkokosnuss preislich eher in der Kategorie „Rooftop-Erlebnis" gelegen hatte.


Wat Arun: unser erster buddhistischer Tempel


Das Montraj Coach empfing uns mit einer Atmosphäre wie aus der amerikanischen Eisenbahnwelt der 1930er- und 1940er-Jahre: dunkle Töne, viele Details, viel Charakter – und wieder ein Standard, bei dem wir uns fragten, warum vergleichbare Hotels in Europa ein Mehrfaches kosten. Rucksäcke runter, kurz durchschnaufen. Dann wollten wir Bangkok endlich von seiner historischen Seite sehen.


Eingang des The Coach Hotel in Sukhumvit, Bangkok

The Coach Hotel – und auf dem Schild der Hinweis, den wir erst am Abend verstehen sollten


Schon der Weg zum Wat Arun war fast so spannend wie das Ziel: die typischen Kabelbündel über den Straßen, Tuk-Tuks, unzählige Motorräder – und zum ersten Mal bewusst die Motorradtaxis. Jemand steht am Straßenrand, ein Motorrad hält, die Person steigt hinten auf, Sekunden später sind beide weg. Zwischendurch probierten wir kleine Snacks, die aussahen wie winzige knusprige Tacos mit Kokos – sehr wahrscheinlich Khanom Bueang. Genau das mochten wir an Bangkok: Man läuft von A nach B und entdeckt ständig etwas Neues.


Straßenszene in Bangkok mit Motorradtaxis, Marktschirmen und Kabeln

Bangkoks Straßen: Motorradtaxis, Marktschirme und Kabel, die eigene Geschichten erzählen


Dann standen wir vor dem Wat Arun, unserem ersten buddhistischen Tempel überhaupt. Der Eintritt kostete bei unserem Besuch 200 Baht pro Person (ca. 5 €). Auf Bildern wirken solche Orte schön – in echt begreift man erst, wie viele winzige Details in den Fassaden stecken: Keramik, Figuren, Farben, Muster. In den Tempelanlagen gelten Kleidungsregeln; Barbi bedeckte Schultern und Beine mit einem roten Überwurf. Bei tropischer Hitze fühlt sich zusätzliche Kleidung nicht wie ein Geschenk an, aber der Respekt vor religiösen Orten war für uns selbstverständlich.


Wat Arun in Bangkok mit reich verzierten Tempeltürmen und Mosaiken

Wat Arun – auf Bildern schön, in echt überwältigend detailreich


Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Begegnung mit einem Mönch: Gegen eine kleine Spende erhielten wir einen Segen und jeder ein rotes geflochtenes Bändchen. Barbis Bändchen ist inzwischen verschwunden – meines trage ich noch heute. Ob mein Schutz länger hält oder mein Karma einfach noch nicht fertig mit mir ist, wissen wir nicht.


Rote Segensbändchen nach dem Segen eines Mönchs im Wat Arun

Unsere Segensbändchen vom Mönch im Wat Arun – eines davon hält bis heute


Mit dem Boot zu Wat Pho und dem liegenden Buddha


Vom Wat Arun setzten wir mit dem Boot über den Chao Phraya zum Wat Pho über. Der riesige goldene liegende Buddha ist eines dieser Motive, die man hundertmal gesehen hat – und trotzdem bleibt man erst einmal stehen, wenn man tatsächlich davorsteht. Der Eintritt kostete 300 Baht pro Person (ca. 8 €). Rund um die Anlage liefen bereits die Vorbereitungen für das thailändische Neujahrsfest Songkran, und wir bekamen ein weiteres weißes Segensbändchen. Nach zwei Tempeln waren wir damit gleich doppelt abgesichert.


Liegender goldener Buddha im Wat Pho in Bangkok

Der liegende Buddha im Wat Pho – hundertmal gesehen und trotzdem bleibt man stehen


Als es dunkel wurde, fanden wir in der Nähe das View Arun Restaurant & Bar. Der Aufgang war unspektakulär – dann betraten wir die Terrasse, und vor uns lag einer dieser Ausblicke, bei denen man kurz einfach nichts sagt: der Chao Phraya mit beleuchteten Booten, und auf der gegenüberliegenden Seite der Wat Arun, den wir Stunden zuvor noch aus nächster Nähe erkundet hatten – jetzt hell erleuchtet in der Dunkelheit. Wir bekamen einen schönen Tisch und aßen mit diesem Blick zu Abend; für uns beide zahlten wir dort rund 40 €. Einer der stärksten Momente des Tages – nicht, weil wir ihn Wochen vorher geplant hatten, sondern weil wir einfach dort gelandet waren. Genau dafür reisen wir so, wie wir reisen.


Blick vom View Arun Restaurant auf den beleuchteten Wat Arun am Abend

Abendessen im View Arun – gegenüber leuchtet der Tempel, den wir Stunden zuvor erkundet hatten


Eine Sängerin im Aufzug und eine Bar, von der wir nichts wussten


Nach einem Abendmarkt-Spaziergang kamen wir völlig erledigt zurück ins Hotel – und hörten Musik. Im Aufzug stand eine thailändische Frau, wir kamen ins Gespräch und sagten ihr, dass uns die Musik gefiel. Sie lächelte. Sie war die Sängerin. Und sie meinte, wir sollten doch später einfach in die Bar herunterkommen.

Welche Bar? Bis zu diesem Moment hatten wir gar nicht realisiert, was sich unter unserem Hotel verbarg. Nach einer Dusche fuhren wir hinunter in die Abandoned Mansion: eine dunkle, elegante Bar im Stil der 1930er-Jahre, Live-Musik, kleine Tische und Cocktails, bei deren Präsentation sich jemand offensichtlich ausleben durfte – Gläser in Form von High Heels, Dekorationen wie aus einem Gangsterfilm. Wir hörten der Sängerin zu, die wir kurz zuvor zufällig im Aufzug getroffen hatten, und genossen den Abend.


Abandoned Mansion Bar in Bangkok mit High-Heel-Cocktails und Wanted-Postern

Abandoned Mansion: Cocktails im High Heel, Wanted-Poster inklusive


Das sind die Reisegeschichten, die man nicht planen kann: Wir hatten das Hotel wegen seines Designs gebucht. Die Bar darunter schenkte uns der Zufall.


Phuket? Buchen wir einfach morgen


Auch die Weiterreise blieb konsequent spontan: Den Direktflug von Bangkok Don Mueang nach Phuket mit Thai AirAsia buchten wir erst rund einen Tag vor Abflug – für zwei Personen ca. 92 €. Abflug am 11. April 2025 um 18:35 Uhr. Wir wussten, dass diese Flexibilität manchmal etwas teurer ist. Dafür mussten wir nie drei Wochen im Voraus entscheiden, wie lange uns eine Stadt gefallen darf.

Vor dem Abflug blieb uns aber noch ein halber Tag.


Grand Palace statt Floating Market – mit zwei Rucksäcken


Für die letzten Stunden standen mehrere Ideen im Raum: Railway Market, Floating Market oder Grand Palace. Da die Zeit knapp war und wir mit Wat Arun und Wat Pho bereits zwei Tempel gesehen hatten, fiel die Wahl auf den Grand Palace. Die Märkte würden wir beim nächsten Mal nachholen.

Es gab nur ein praktisches Problem: unsere Rucksäcke. Zurück zum Hotel und wieder quer durch die Stadt zum Don Mueang Airport – dafür fehlte die Zeit. Barbi fragte, was wir mit dem Gepäck machen. Ich hatte sofort eine überzeugende Theorie: Eine Weltstadt wie Bangkok, eine Sehenswürdigkeit wie der Grand Palace – selbstverständlich gibt es dort Schließfächer oder eine Gepäckaufbewahrung.

Wir nahmen die Rucksäcke also mit. Wegen einsetzenden Regens fuhren wir mit dem Taxi. Vor Ort kaufte ich mir wegen der Kleiderordnung bei einem Straßenhändler eine leichte violette Elefantenhose, Barbi bedeckte Schultern und Beine. Dann suchten wir die Gepäckaufbewahrung.

Nur hatte meine Theorie einen Haken: Es gab keine Gepäckaufbewahrung. Wir fragten am Eingang, später noch einmal drinnen und schließlich sogar bei der Fundstelle – unsere Rucksäcke wollte trotzdem niemand übernehmen. Meine Theorie war damit erledigt. Ich hingegen nicht: Ich durfte den Grand Palace mit beiden Rucksäcken besichtigen. Lange Hose, tropische Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, zwei Rucksäcke auf dem Rücken und eine Insta360 am Stick in der Hand. Irgendwann fühlte ich mich wie eine heiße Salamischeibe zwischen zwei Brötchen.

Und trotzdem: Der Grand Palace ist beeindruckend – und uns die 500 Baht Eintritt pro Person (ca. 13 €) absolut wert. Goldene Fassaden, Spiegelmosaike, Figuren und Innenhöfe, so detailreich, dass selbst unser Gepäckproblem irgendwann in den Hintergrund rückte. Nur meine Schließfach-Prognose würde ich heute nicht mehr als zuverlässigen Bangkok-Reisetipp verkaufen.

Besucher in violetter Elefantenhose vor einem reich verzierten Gebäude im Grand Palace Bangkok
Goldene, reich verzierte Säulen im Grand Palace in Bangkok aus der Froschperspektive

Grand Palace: Kleiderordnung erfüllt, Rucksäcke außerhalb des Bildes – aber am Mann

Grab, Bolt oder inDrive? Unsere Erfahrung mit Taxi-Apps in Thailand


Vor dem Grand Palace warteten zahlreiche Taxis – deren Preisvorstellungen deutlich über dem lagen, was uns die Apps anzeigten. Zu Beginn der Reise nutzten wir Grab und Bolt; mit Grab hatten wir allerdings mehrfach Situationen, in denen Fahrer uns nicht fanden. Also bestellten wir ein Bolt – ein Stück abseits vom überfüllten Haupteingang, mit einer Kokosnuss in der Hand, die sich nach einem halben Tag mit zwei Rucksäcken weniger wie Erfrischung und mehr wie medizinische Versorgung anfühlte.

Unser Fahrer kam in einem Wagen, der aussah, als hätte er für eine Nebenrolle in „Fast & Furious: Bangkok" vorgesprochen. Unterwegs fragte er, ob wir den mautpflichtigen Highway nehmen wollten – schneller, Gebühren extra. Mit einem Flug im Nacken war die Entscheidung einfach. Die Fahrt kostete 685 Baht (17,98 €) plus Maut, und am Flughafen gab es noch ein Selfie mit unserem Fast-and-Furious-Fahrer.

Später auf der Reise wechselten wir fast vollständig zu inDrive – für uns günstiger, unkompliziert und zuverlässig. Unser Tipp für Bangkok-Neulinge: mehrere Fahrdienst-Apps installieren und Preise sowie Verfügbarkeit vergleichen. Je nach Ort und Tageszeit gewinnt eine andere.


Bangkok in 3 Tagen: Warum zwei Nächte nicht gereicht haben


Am Don Mueang Airport lief alles reibungslos – mit zwei Rucksäcken und ohne Aufgabegepäck waren wir inzwischen ein eingespieltes Team. Unser Flug hatte etwas Verspätung, und während wir warteten, freuten wir uns wirklich auf Phuket: Meer, Strand, der nächste Abschnitt.

Und trotzdem war da dieses Gefühl: Bangkok war zu kurz gewesen. Wir hatten in knapp drei Tagen unglaublich viel erlebt – Sukhumvit bei Nacht, unsere erste Rooftop-Bar, Wat Arun, Wat Pho, den Chao Phraya, das Abendessen gegenüber dem beleuchteten Tempel, die Abandoned Mansion, den Grand Palace. Aber wir hatten gerade erst verstanden, wie viele verschiedene Welten diese Stadt besitzt.

Noch bevor wir Bangkok wirklich verlassen hatten, stand deshalb fest: Auf dem Rückweg von Lombok bleiben wir noch einmal hier. Zuerst dachten wir an ein, zwei Tage. Am Ende wurden es drei.

Und während unser AirAsia-Flug Richtung Phuket abhob, wussten wir eines ziemlich sicher: Wir kommen zurück.


➡️ Wie es weiterging, lest ihr im nächsten Teil: [Phuket – Link folgt].


Was uns die ersten Tage in Bangkok wirklich gekostet haben

Alle Preise sind unsere echten Reiseausgaben vom April 2025 (Umrechnungen gerundet). Hotel-, Flug- und Eintrittspreise können sich natürlich ändern.

Ausgabe

Preis

Flug München–Bangkok–München (2 Pers., Turkish Airlines)

ca. 1.330 €

SureStay Plus Sukhumvit 2, 1 Nacht

ca. 46 €

Montraj Coach Sukhumvit, 1 Nacht

ca. 49 €

Kokosnuss am Rooftop-Pool

150 Baht (ca. 4 €)

4 Cocktails, Spectrum Lounge & Bar (Hyatt Regency)

2.448 Baht (ca. 63 €)

Eintritt Wat Arun, pro Person

200 Baht (ca. 5 €)

Eintritt Wat Pho, pro Person

300 Baht (ca. 8 €)

Eintritt Grand Palace, pro Person

500 Baht (ca. 13 €)

Abendessen View Arun Restaurant & Bar (2 Pers.)

ca. 40 €

Bolt-Fahrt Grand Palace → Don Mueang (zzgl. Maut)

685 Baht (17,98 €)

Flug Bangkok–Phuket (2 Pers., Thai AirAsia)

ca. 92 €

ATM-Gebühr bei 5.000-Baht-Abhebung

220 Baht (ca. 6 €)

Weitere Barausgaben (Streetfood, Kokosnüsse, Kleidung u. a.)

ca. 100 € (Schätzung)

Ein ehrlicher Hinweis zur Vollständigkeit: Die Tabelle zeigt unsere belegbaren beziehungsweise noch exakt nachvollziehbaren Ausgaben. Daneben haben wir vieles bar bezahlt – Streetfood und Fingerfood, Kokosnüsse an Straßenständen, meine violette Elefantenhose, einen Schal für Barbi und andere spontane Einkäufe. Nach unserer Erinnerung kamen so ungefähr 100 € zusammen; das ist eine ehrliche Schätzung, keine belegte Zahl, denn nicht jeden Straßenkauf haben wir dokumentiert. Unsere tatsächlichen Gesamtausgaben lagen also etwas über der Tabelle. Die 5.000-Baht-Abhebung selbst führen wir bewusst nicht als eigene Position auf – sie war lediglich die Quelle dieser Barzahlungen. Als echte Zusatzkosten zählt nur die ATM-Gebühr.

Unser Learning zum Bargeld: Bei unserer Abhebung von 5.000 Baht wurden zusätzlich 220 Baht Automatengebühr berechnet. Deshalb würden wir beim nächsten Mal eher seltener und dafür größere Beträge abheben – sofern wir das Bargeld wirklich brauchen.


Unser eSIM-Learning: Weniger hätte gereicht


Vor der Reise hatten wir mobile Daten über eine eSIM gebucht – im Nachhinein deutlich mehr, als wir brauchten. In Bangkok gab es in Hotels, Restaurants und Cafés fast überall WLAN. Für Google Maps, Nachrichten, Reise-Apps und normale Social-Media-Nutzung hätten uns für einige Tage 2 bis 5 GB völlig gereicht. Wer regelmäßig Videos hochlädt oder das Handy als Hotspot nutzt, braucht natürlich mehr. Unser Tipp: mit einem kleineren Paket starten und bei Bedarf nachbuchen – verfallenes Datenvolumen bringt niemandem etwas.


Unsere Tipps für den ersten Bangkok-Besuch


Vieles würden wir genauso wieder machen: der Airport Rail Link vom Suvarnabhumi Airport als günstige Verbindung ins Zentrum, Sukhumvit als Basis für die ersten Nächte, und die Kombination aus Wat Arun, Wat Pho und Grand Palace für einen starken ersten Eindruck der historischen Stadt.

Zwei Dinge würden wir anders machen: mehr Zeit einplanen – zwei Nächte reichen, um Bangkok kennenzulernen, aber nicht, um Bangkok zu verstehen. Und bei Fahrten mehrere Apps vergleichen – Grab und Bolt funktionierten anfangs gut, später wurde inDrive unser klarer Favorit.

Und falls jemand mit zwei großen Rucksäcken zum Grand Palace fahren möchte, weil dort „bestimmt irgendwo Schließfächer sind": Vielleicht nicht ausschließlich auf diese Theorie verlassen.


Häufige Fragen zum ersten Bangkok-Besuch


Reichen drei Tage für Bangkok?

Für Wat Arun, Wat Pho, den Grand Palace, einen Abend in Sukhumvit und erste Eindrücke reichen zwei bis drei Tage. Wer die Stadt entspannter erleben, Märkte besuchen und verschiedene Viertel kennenlernen möchte, sollte mindestens vier bis fünf Tage einplanen.

Wo übernachtet man beim ersten Mal in Bangkok am besten?

Wir fanden Sukhumvit als Ausgangspunkt sehr praktisch: BTS-Stationen, Restaurants, Bars und Hotels aller Kategorien sind gut erreichbar. Wer sich stärker für die historische Altstadt interessiert, kann auch näher am Chao Phraya wohnen.

Welche Taxi-App ist in Bangkok am besten?

Wir starteten mit Grab und Bolt und nutzten später fast nur noch inDrive, weil die App für uns günstig, zuverlässig und unkompliziert war. Am besten mehrere Apps installieren und Preise vergleichen.

Wie kommt man vom Flughafen Suvarnabhumi günstig ins Zentrum?

Mit dem Airport Rail Link bis Phaya Thai und von dort mit der BTS weiter, zum Beispiel Richtung Sukhumvit. Für uns war das bei der Ankunft die unkomplizierteste und preiswerteste Lösung.

Wie viel Datenvolumen braucht man in Bangkok?

Für normale Nutzung mit Google Maps, Messengern, Buchungs-Apps und etwas Social Media reichen für wenige Tage etwa 2 bis 5 GB. In Hotels, Restaurants und Cafés gibt es fast überall WLAN.

Welche Tempel lohnen sich beim ersten Besuch?

Wat Arun und Wat Pho lassen sich perfekt kombinieren, da sie auf gegenüberliegenden Seiten des Chao Phraya liegen. Den Grand Palace unbedingt ebenfalls einplanen – mit genügend Zeit und einem Blick auf die aktuellen Kleidungsregeln.

Würden wir Bangkok noch einmal besuchen?

Die Entscheidung fiel bei uns bereits am Flughafen. Drei Wochen später waren wir wieder da.


Über BaRe World

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